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Feedback geben und annehmen – ein lebendiger Prozess

Gehört das Verfassen von Texten zu einer regelmäßigen oder auch hauptberuflichen Tätigkeit, ist der Feedback-Prozess ein wichtiger und (meist) hilfreicher Abschnitt auf dem Weg zu einem runden und inhaltlich stimmigen Ergebnis.

Doch Feedback geben, einholen und letzten Endes auch annehmen bzw. umzusetzen ist ein Prozess der gelebt und geübt werden will – von beiden involvierten „Parteien“ gleichermaßen.

So spiegelt zum Beispiel die Aussage „Gefällt mir nicht“ einen persön-lichen Eindruck, eine subjektive Meinung wider, gibt aber keine konstruk-tive und vor allem nachvollziehbare Rückmeldung zur Verbesserung des Textes. Viel eher kommt Konfliktpotential auf, welches einen produktiven Austausch fast unmöglich erscheinen lässt.

Sei es proaktiv von einem Kollegen eingeholt oder durch einen festge-legten, internen Prozess vorgegeben: die Rückmeldung eines „Außen-stehenden“ kommt auf ganz unterschiedliche Weisen daher. Mal kurz und knapp, mal ausschweifend oder lobend oder im schlimmsten Fall, vernichtend. Eine Einschätzung gehört einfach dazu, sie sichert ab und macht Texte besser, qualitativer.

Klar formulierte und fachlich fundierte Aussagen eines „Test-Lesers“ helfen, im „Buchstaben- und Wörter-Wald“ wieder den Überblick zu ge-
winnen und zum Beispiel Stilfehler, argumentative Schwächen oder eine Zielgruppen-verfehlte Ausrichtung auszumachen und zu beseitigen.

Feedback muss dabei nicht an den fertigen Text gerichtet sein. Es hilft
oft schon, auch „Zwischenstände“ an den Schreibtisch nebenan zu reichen. Ehe man sich in eine falsche Richtung festschreibt. Auch wenn es schwer fällt, Texte früh aus der Hand zu geben: Wagen Sie es – und lassen Sie es prüfen. Ein zusätzlicher Gewinn: die Lernkurve, sowohl im Verfassen der Texte wie auch im zwischenmenschlichen Bereich bleibt nicht aus.

Natürlich vorausgesetzt, die folgenden grundlegenden Rahmenpara-
meter bestimmen den konstruktiven und hilfreichen Feedback-Prozess:

- Allgemein gilt: es geht nicht um die Person im Einzelnen, sondern um die gemeinsame Sache

- Eine Feedback-Vorlage kann helfen, das Gespräch zu strukturieren.

- Für den Feedback-Geber: Formulieren Sie Ihre Anmerkungen nicht
als persönlichen Angriff, bleiben Sie vielmehr bewusst sachlich und bringen die Punkte ruhig hervor. Nur so kann der Verfasser erfahren,
ob und an welcher Stelle der Text Missverständnisse hervorruft oder
gar falsch verstanden wird.

- Für den Feedback-Empfänger: hören Sie zu und starten Sie keine Rechtfertigungs-Orgie. Lassen Sie die Rückmeldung offen zu und fra-
gen Sie lieber einmal mehr nach, falls Unklarheiten oder Unstimmig-
keiten aufkommen/bestehen. So können Missverständnisse und
Unmut vermieden werden, zugunsten eines guten Textes.

- Einigen Sie sich auf einen zeitlichen wie inhaltlichen Fahrplan, bis
wann die Überarbeitungen erneut besprochen werden.

Abschließend will gesagt sein: auf einen konstruktiven und nach-
haltigen Austausch kommt es an – nicht mehr, und nicht weniger!