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Haben wir uns mal gefragt, warum wir lügen?

Grundsätzlich lässt sich festhalten: jeder lügt ab und zu. Wobei es hier natürlich unterschiedliche Definitionen von Lügen gibt: aus Höflichkeit, unechte Freundlichkeit, Täuschung, Manipulation, Halbwahrheit, Übertreibung und letztlich die "glatte" Lüge.

Warum lügen wir zum Beispiel manchmal aus Höflichkeit? Sozialer oder gesellschaftlicher Druck, Harmoniedürftigkeit!?

Kleine Kinder sind nicht höflich; sie sind ehrlich! Leider werden sie dann von uns Erwachsenen gezwungen, höflich zu werden, weil "sich das so gehört." "So was sagt/macht man nicht“ - auch sehr beliebt bei uns Erwachsenen. Sicherlich würde es Kindern genügen, wenn Erwachsene mehr gute Vorbilder wären, indem man ihnen den "richtigen sozialen Umgang" vorlebt. 

Auch unsere gesamte Industrie ist beinahe gänzlich verlogen. Angefangen bei der Werbung bis hin zu gefakten Nachrichten und Artikeln, welche in den Medien veröffentlicht werden. Nicht immer kann der "Laie" hier zwischen Fakten / der Wahrheit und Lüge unterscheiden, denn überall erhält man andere, oft gegensätzliche Informationen. Zudem ist alles durch die mittlerweile vornehmlich digitalen Kanäle medial so stark vernetzt, dass sich Unwahrheiten viel schneller „Lauffeuerartig“ verbreiten und die Wahrheit letzten Endes kaum noch oder gar nicht mehr interessiert.

Gleichermaßen verhält es sich mit dem politischen Geschehen und den Argumentationen zu Entscheidungen oder Beschlüssen – auch hier können wir häufig nicht mehr von Wahrheit und Lüge unterscheiden.

Und im zwischenmenschlichen Bereich? 
Ein super freundliches "Guten Morgen", auch wenn man beispielsweise den Kollegen nicht mag. Jemandem zustimmen, auch wenn man anderer Meinung ist, nur weil man vielleicht seine Ruhe haben und nicht disku-
tieren will. Jemanden loben, weil man sich etwas davon verspricht…

Eine Lüge, egal in welcher "Qualität",  dient oftmals unserem Selbst-
schutz oder „begründet“ sich vermeintlich durch Bequemlichkeit oder mangelnde Konfliktfähigkeit. Was wäre wohl die Konsequenz, wenn man eine andere Meinung als die Mehrheit vertritt? Der Kollegin ehrlich zu sagen, dass ihr etwas nicht liegt; das Kleid ihr nicht steht oder eine Nummer zu klein ist; das Deo versagt hat; etwas Sport nicht schaden würde, usw.?

Glücklicherweise macht es vielen nichts aus, sich auch mal unbeliebt oder streitbar zu machen! Diese Spezies verfügen über genug Selbst-
sicherheit, Selbstachtung, Selbstwert. Und nicht zuletzt das Bestreben, sich durch konstruktive Rückmeldung des Gegenübers zu reiben sowie weiterzuentwickeln. Diese Charaktereigenschaften kann man nicht kaufen, sie sind unbezahlbar! 

Erstrebenswert und gesellschaftlich wertvoll ist es in jedem Fall, einfach mit unseren Mitmenschen, unabhängig vom Kontext, ehrlicher umzugehen und ihnen damit mit mehr Respekt zu begegnen. Der Dank und eine letztlich positive Entwicklung dafür bleibt nicht selten aus: nachhaltiger Austausch und Beziehungen auf Augenhöhe, die es wortwörtlich „in sich haben“.