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Wie in einer Ehe: Urvertrauen und gegenseitiges Schätzen in Geschäftspartnerschaften

Ein Gespräch mit Helga Lauw und Ulrike Friedrich, Geschäftsführerinnen der O.PEN Büro- und Personalservice GmbH, Frankfurt.

19 Jahre erfolgreiche Geschäftspartnerschaft zeichnen die O.PEN Büro- und Personalservice GmbH von Helga Lauw (49) und Ulrike Friedrich (49) in Frankfurt aus. Bald sind es 20 Jahre! „Da muss man aber erstmal hinkommen“, betonen die Inhaberinnen vorsichtig. Denn gründen und führen im Team ist nicht immer selbstverständlich. Und doch haben beide Damen ein Geheimnis des Miteinanders für sich entdeckt – offensichtlich das Richtige!

„Wir haben äuβerst unterschiedliche Charaktere und Persönlichkeiten. Aber: In all den Jahren war das Wesentliche für uns eine grundlegende Ehrlichkeit und tiefstes Vertrauen“, erläutern sie ihren Erfolg im gemeinsamen Business. „Während meiner Babyauszeit musste ich nie befürchten, dass Entscheidungen oder Ereignisse an mir vorbei gehen würden“, erinnert sich Ulrike Friedrich. „Und als ich gesundheitsbedingt abwesend war, hatte ich keine Angst, dass etwas hinter meinem Rücken geschehen würde“, fügt Helga Lauw hinzu.

Dieses Vertrauen beruhte zunächst auf einem gegenseitigen Schätzen. Sie kannten sich bereits privat aus ihrer Heimatstadt Stuttgart und zogen 1989 unabhängig voneinander in die Mainmetropole. Wie das so ist: Zwei bekannte Fremde in einer neuen Stadt kamen sich näher und so entstand eines Tages beim Abendessen die Idee, sich selbständig zu machen: im Bereich der Suche nach Interimspersonal für Sekretariat und Assistenz.

Zu dieser Zeit war Ulrike Friedrich Vorstandsassistentin bei der Reuters AG und Helga Lauw betreute in der Personalabteilung die Urlaubsvertretungen in der Metallgesellschaft. Hierfür war sie stets auf der Suche nach Interimslösungen fürs Sekretariat. „Es schien wirklich ein groβer Markt zu sein“, erklärt Helga Lauw, wie die Zündung kam. Die ursprüngliche Idee dabei war, einen Pool von selbständigen Sekretärinnen an Unternehmen zu vermitteln.

Krisen und Herausforderungen schweiβen zusammen

Im Gründungsjahr 1990 waren die Wahlfrankfurterinnen jedoch mit ihrem Pionier-Konzept ihrer Zeit noch zu weit voraus: „Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen zur Arbeitnehmerüberlassung war dies noch nicht erlaubt.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Kooperationen haben Krisenzeiten sie stets zusammen geschweiβt und ihnen Impulse für neue Ideen gegeben. „Dann haben wir uns entschieden, die Sekretärinnen selbst einzustellen und zu vermitteln. Hierfür erforderte der Gesetzgeber wiederum, dass die Firma Büroräume hatte – auch für eine reine Vermittlungstätigkeit. Also haben wir ein groβes Büro angemietet und ein Bürocenter als zweites Standbein entwickelt, um die exorbitanten Mietpreise zu decken“, berichten die flexiblen Unternehmerinnen. Hier unterstützen sie Selbständige oder Firmen mit einer breiten Palette von Serviceleistungen: vom Telefonservice über die virtuelle Unterstützung bis zur Vermietung von Büroräumen oder einem Konferenzraum.

Dieses zweite Standbein wuchs mit, und als der Kostendruck nicht mehr bestand, konzentrierten sich die Geschäftsfrauen auf ihr „Baby“: Eine extrem individuelle Zeitarbeitsvermittlung spezialisiert auf Sekretärinnen und Assistentinnen. „Qualität statt Masse“ war von Beginn an ihr Motto. Als der Gesetzgeber Mitte der Neunziger Jahre die Arbeitnehmerüberlassung für freiberufliche Sekretärinnen auflöste, war der Weg endlich frei – und der Übergang für die Firma O.PEN flieβend. Heute vermittelt das Team primär Assistenzpersonal in Festanstellung und verfügt über einen bedeutenden Pool von qualitativen Kandidatinnen, die auch temporär eingesetzt werden können.

In den aktuellen Krisenzeiten haben die immer einfallsreichen Businessfrauen ein neues Tool entwickelt und kommen somit dem Flexibilitätsbedarf der Unternehmen sehr entgegen: Diese wenden sich an O.PEN, das Büro sucht gezielt nach der passenden Arbeitskraft und entweder wird eine Festanstellung begründet oder man nutzt das Prinzip „try and hire“. Zusätzlich zu den Personal-Dienstleistungen läuft das Standbein „Büroservice“ natürlich parallel dazu…

Konstruktive Streitkultur und gegenseitiges Auffangen

Die zahlreichen Kunden „teilen“ sich Helga Lauw und Ulrike Friedrich auf – dies ist auch ein Vorteil der Kooperation: „Wenn wir Kunden kennenlernen, spüren wir, mit welcher von uns beiden die Chemie besser stimmt. Demnach legt sich meist die Ansprechpartnerin fest“, verraten die Damen. Selbstverständlich gibt es immer einen Austausch und sie vertreten sich gegenseitig, z. B. in Urlaubszeiten.

Austausch – auch sehr lebhaft – ist ebenfalls ein Schlüsselwort gelungener und dauerhafter Geschäftspartnerschaften. „Wir streiten auch! Geschäftspartner müssen in der Lage sein, Kritik aufzunehmen. Unsere Auseinandersetzungen sind immer konstruktiv. Es wird argumentiert, nie überredet! Sehr wichtig ist es dabei zu verinnerlichen, was man an der Partnerin hat. Seit 19 Jahren ziehen wir immer 100-prozentig an einem Strang, besprechen immer alles und bleiben bodenständig“, erklären sie ein weiteres Geheimnis ihrer langjährigen Zusammenarbeit.

Eine schöne Seite des zweiköpfigen Unternehmertums sei auch das gegenseitige „Auffangen“: „Jede hat Hochs und Tiefs, sprudelnde Ideen oder gerade keine… Zu zweit gibt es immer eine, die die andere wieder aufbaut, oder wir lassen die Partnerin einfach ihre schlechtere Phase ausleben“, stellen Helga Lauw und Ulrike Friedrich rückblickend fest.

Frage man sie, welche Ratschläge sie künftigen Geschäftspartnerinnen mit auf den Weg geben würden, so antworten sie: „Sie sollten aus Ihrem tiefsten Innern wissen, dass Sie immer mit Ihrem Gegenüber offen sprechen können. Sich verkünsteln geht auf Dauer nicht im Berufsalltag! So bald Sie sich fragen: ‚Kann ich ihr vertrauen?’, vergessen Sie es! Geschäftspartnerinnen sollten sich nicht nur sympathisch sein, ein Urvertrauen ist die Basis -wie in einer Ehe.“

Informationen: O.PEN Büro- und Personalservice GmbH, Eysseneckstraße 4, 60322 Frankfurt, Tel.: 069 / 95 42 12 11, info@o-pen.de, www.o-pen.de

Pressekontakt:
Sandra Megtert Communication, info@sandra-megtert.com, Tel.: 0176/68471224 – v.i.S.d.P.: Christiane Stapp-Osterod, jumpp – Ihr Sprungbrett in die Selbständigkeit – Frauenbetriebe e.V., Hamburger Allee 96, 60486 Frankfurt – T.: 069 / 715 89 55 -0, F. 069 / 715 89 55 -29, info@jumpp.de, www.jumpp.de